Durch effektiven Schreibstil begeistern

5 Minuten

Nicht nur der Inhalt Deines Texts ist entscheidend, sondern auch dessen Form. Natürlich spielen logische Fakten eine wichtige Rolle. Allerdings wirst Du Deine Leser und Leserinnen nur erreichen, wenn Deine Botschaft bei ihnen ankommt. Dabei unterstützt Dich ein prägnanter und lebendiger Schreibstil. Genau darum geht es auch in diesem Blogbeitrag.

Definition

Schreibstil ist, wie Du Deine Ideen sprachlich gestaltest. Es geht um die Wahl Deiner Worte, den Aufbau Deiner Sätze und die Gesamtstruktur Deines Texts. Ein guter Stil fängt die Aufmerksamkeit der Lesenden, hält sie fest und macht die Lektüre nicht nur informativ, sondern auch angenehm. Aber wie erreichst Du das? Wie schaffst Du es, dass Dein Schreibstil aus der Masse heraussticht und gleichzeitig die gewünschte Botschaft effektiv übermittelt?

Walter Simon bringt es im Kapitel „Wirkungsvoll schreiben“ seines Buchs „Grundlagen der Kommunikation“ auf den Punkt: 

„Wenn sich Ihr Schreibwerk an andere richtet, sollten Sie sich um Eindeutigkeit, Unverwechselbarkeit und begriffliche Schärfe bemühen. Das, was Sie schreiben, muss mit dem Gemeinten übereinstimmen. Guter Stil braucht keine Erläuterungen. Er ist Verständigung ohne Umweg und ohne Zeitverlust.“

Warum Abwechslung wichtig ist

Ein variantenreicher Stil im Schreiben ist kein Selbstzweck, sondern ein entscheidendes Werkzeug, um Deine Botschaft effektiv zu übermitteln. Texte mit dynamischer Ausdrucksweise fesseln nicht nur die Aufmerksamkeit Deiner Leserschaft länger, sondern erleichtern auch das Verständnis komplexer Informationen. Aber warum ist Variation im Stil so wichtig?

1. Bindung stärken

Deine Schreibweise beeinflusst, was andere über Deinen Text denken. Ein monotoner, gleichbleibender Stil wirkt langweilig. Lebendige und abwechslungsreiche Sprache fesselt hingegen. Sie motiviert, weiterzulesen. Wie wäre es, wenn Du Deinem Publikum gelegentlich eine Frage stellst? Sprich sie direkt an, so wie ich Dich in diesem Blogbeitrag ebenfalls direkt anspreche. Wechsle bei der Länge und der Struktur Deiner Sätze. Dadurch baust Du eine stärkere Bindung auf.

2. Botschaft klar kommunizieren

Prägnanz ist das A und O eines guten Texts. Eine klare, deutliche Sprache hilft, Missverständnisse zu vermeiden und macht Deine Hauptpunkte verständlich. Dies ist besonders wichtig bei informativen und überzeugenden Texten, wo es darauf ankommt, dass die Lesenden Deine Argumente verstehen und akzeptieren.

3. Interesse und Engagement fördern

Durch die Variation Deines Schreibstils kannst Du unterschiedliche Emotionen und Reaktionen hervorrufen. Das ist besonders nützlich, um das Interesse Deiner Leserinnen und Leser über längere Abschnitte hinweg aufrechtzuerhalten. Mit einem Mix aus kurzen, prägnanten Sätzen und längeren, erzählenden oder beschreibenden Passagen schaffst Du einen Rhythmus, der den Lesefluss fördert und das Engagement erhöht.

4. Deine Persönlichkeit zählt

Nutze Deinen Schreibstil als Spiegel Deines Charakters. Indem Du authentisch schreibst und gezielt stilistische Elemente einsetzt, die zu Dir oder Deinem Thema passen, werden Deine Texte unverwechselbar. Das wird in Zukunft noch viel wichtiger, wenn die Mehrheit der Texte von künstlicher Intelligenz erstellt wird. Denn durch Deinen individuellen Stil hebst Du Dich von allen anderen ab.

Genug der Theorie. Was bedeutet ein variantenreicher Stil in der Praxis? Dieser Blogbeitrag kann kein umfangreiches Ratgeberbuch ersetzen. Die nachfolgenden Strategien sind für Dich als erste Orientierung gedacht, um Deine Texte lebendiger und ansprechender zu gestalten.

Praktische Tipps für einen variantenreichen Stil

1. Kenne Deine Botschaft

Bevor Du zu schreiben beginnst, solltest Du wissen, was Du vermitteln willst. Eine klare Botschaft ist das Fundament jedes guten Texts. Je besser Du weißt, was Du sagen möchtest, desto genauer kannst Du Deinen Stil anpassen, um Deine Botschaft effektiv zu kommunizieren.

2. Spiele mit der Satzstruktur

Dieser Punkt ist wichtig! Daher erwähne ich ihn erneut. Was denkst Du, wenn Du die letzten beiden Sätze liest? Vergleiche die Wirkung mit dem folgenden Satz: Dieser Punkt ist wichtig, daher erwähne ich ihn erneut.  Fällt Dir der Unterschied auf? Abwechslung in der Satzstruktur ist das Salz in der Suppe Deiner Texte. Sie bringt Dynamik hinein. Du hast sicher an diesem Beispiel bemerkt, dass kurze Sätze Dringlichkeit und Spannung erzeugen. Längere Sätze können Tiefe und Detailreichtum hinzufügen. Indem Du – je nach Inhalt und geplanter Wirkung – zwischen verschiedenen Satzstrukturen wechselst, fesselst Du die Aufmerksamkeit Deines Publikums. Gleichzeitig verbesserst Du den Lesefluss.

3. Nutze aktive statt passive Formulierungen

Auch hier starten wir mit einem Beispiel: Deine Texte werden durch die Verwendung aktiver Formulierungen lebendiger. Wie klingt das für Dich? Das Passiv verkompliziert den Satz unnötig. So geht es richtig: Nutze aktive Formulierungen, um lebendigere Texte zu schreiben. Das Subjekt, das die Aktion durchführt, bleibt im Vordergrund. Deine Sätze werden dadurch kraftvoller und direkter. Passive Konstruktionen wirken dagegen oft schwerfällig und bringen Deine Leserschaft auf Distanz.

4. Setze auf starke Verben und präzise Adjektive

Verzichte auf Hilfsverben und vage Adjektive. Typische Hilfsverben sind haben, sein oder werden. Hier folgt gleich das Gegenbeispiel: Am Anfang werden häufig Hilfsverben oder vage Adjektive verwendet. Fällt Dir der Unterschied auf? Starke Verben und präzise Adjektive verleihen Deinem Text mehr Ausdruckskraft und helfen Dir, klare Bilder im Kopf zu erzeugen. Dadurch wirken Deine Texte nicht nur interessanter, sondern auch einprägsamer. 

5. Orientiere Dich an Vorbildern

Lesen stärkt Dich, um Dich weiterzuentwickeln. Achte dabei auf die Art und Weise, wie verschiedene Autorinnen und Autoren ihren Stil einsetzen. Indem Du querbeet unterschiedliche Textsorten und Genres liest, wirst Du neue Perspektiven kennenlernen, die Deinen eigene Arbeit bereichern werden.

6. Übe regelmäßig

Schreiben lernst Du nur durch regelmäßiges Üben. Probiere verschiedene Stile und Techniken aus. Nutze die Lektüre von Punkt 5., um Neues auszuprobieren oder experimentiere, um Deine Ideen anders auszudrücken. Indem Du täglich übst, wirst Du automatisch immer besser, auch wenn Du nur kurze Texte schreibst. 

Wer diese Empfehlungen umsetzt, schreibt künftig vielfältiger, ausdrucksstärker und überzeugender. Verabschiede Dich vom Gedanken, dass es so etwas wie perfekte Texte gibt. Dieser Irrtum ist bedauerlicherweise immer noch weitverbreitet. Alle, die regelmäßig schreiben, lernen kontinuierlich dazu, um zu wachsen und ihren Stil zu verfeinern.

Ich hoffe, dieser Beitrag war hilfreich für Dich. Falls Du spezifische Fragen hast, hinterlasse einen Kommentar oder komme in meine kostenlose Facebook-Gruppe und stelle mir gerne dort Deine Frage.



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