Was du über Medienarbeit wissen solltest

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In diesem Blogbeitrag möchte ich einige wichtige Grundsätze vorstellen, die viele Leute nicht wissen, die bislang wenig Erfahrung mit Journalisten und Journalistinnen, Redakteuren und Redakteurinnen oder anderen Menschen haben, die Inhalte für Medien erstellen.

Medien leben vom Content
Jedes Magazin, jedes Online-Medium, jeder Sender und natürlich auch Social-Media-Plattformen könnten nicht ohne Inhalte existieren. Das sind üblicherweise Texte, Bilder, Audio- oder Video-Dateien, die entweder von Profis oder von den Nutzern und Nutzerinnen dieses Mediums erstellt werden. Diese Inhalte müssen für die Menschen, die diese Medien konsumieren, wichtig und interessant sein.
Würde etwa ein Online-Magazin für Kochrezepte plötzlich nur noch Beiträge übers Schachspielen veröffentlichen, wäre es kein Kochmagazin mehr. Jedes Medium hat also eine inhaltliche Ausrichtung und natürlich auch eine Zielgruppe, die diese Inhalte nutzt.

Vergiss herkömmliche Presseaussendungen
Die Zeiten, in denen man Bausch-und-Bogen-Presseaussendungen verschickt oder aufwendige Pressekonferenzen organisiert hat, nur weil das irgendwer so möchte, sind vorbei. Die Medienlandschaft hat sich in den letzten 25 Jahren massiv gewandelt. Zuerst haben Online-Medien und dann Social Media enorm an Bedeutung gewonnen. Traditionelle Medien stehen aufgrund dieser Veränderungen enorm unter Druck. Immer weniger Personal muss in immer kürzerer Zeit den gestiegenen Anforderungen gerecht werden. Bitte belästige die ohnedies bereits überarbeiteten Redakteure oder die gestressten Journalistinnen nicht mit einer 08/15-Presseaussendung ohne Neuigkeitswert und ohne Relevanz für das Medium, „weil man das schon immer so gemacht hat“. 

Kenne saisonale Schwerpunkte
Es gibt Themen, die kommen alle Jahre wieder: Valentinstag, Frühlingsbeginn, Muttertag, Sommerferien, Schulbeginn, Advent, Weihnachten, Neujahr, dazwischen nationale Feiertage, runde Geburtstage von Personen, Organisationen, Ereignissen oder besondere Veranstaltungen. Um beim Beispiel des Kochmagazins zu bleiben: Für die neueste Punsch- und Glühwein-Kreationen wird sich im Sommer niemand interessieren, denn da sind Eisrezepte gefragt. 

Kenne deine Zielgruppe
Wer soll von dem Inhalt, den Du verbreiten möchtest, erfahren? Viele Anfänger und Anfängerinnen sind so von ihrer Botschaft begeistert, dass sie der Ansicht sind, dass jede respektive jeder sich dafür interessiert. Das ist leider nicht so. Diesen Blogbeitrag schreibe ich für Menschen, die bislang wenig bis gar keine Erfahrung mit Presse- oder Medienarbeit haben. Somit ist dieser bewusst einfach gehalten. Ein Blogbeitrag für Experten und Expertinnen würde ganz anders strukturiert sein, hätte andere Inhalte und eine andere Sprache.

Kenne das Medium
Was uns also zum nächsten Punkt führt: Welche Medien könnten an dem, was du zu erzählen hast, interessiert sein? Wenn du etwa einen Schachclub leitest und ein Schachturnier ankündigen möchtest, das dein Verein demnächst durchführt, wird sich vermutlich ein Schachmagazin dafür interessieren, ein Kochmagazin sicher nicht. Außer, du schreibst in Kooperation mit dem Kochmagazin einen Wettbewerb für das schönste essbare Schachbrett aus, eine/r oder mehrere aus der Redaktion sitzen in der Jury und das Gewinner-Rezept wird im Kochmagazin veröffentlicht. 

Kenne Deine Ansprechpartner/innen
Ob Journalist/in, Redakteur/in oder Influencer – alle haben ein bestimmtes Themengebiet, das sie inhaltlich abdecken. Je nach Medium gibt es sogenannte Resorts, das ist wie eine Art Abteilung zu sehen, wie etwas Politik, Wirtschaft, Chronik, Sport, etc. Du solltest Dich also ganz genau mit den Ressorts eines Mediums sowie mit der Arbeitsweise der dort tätigen Mitarbeitenden beschäftigen. Sprich nur gezielt jene Person an, die inhaltlich genau für Dein Thema zuständig ist. No-Go ist ein E-Mail an die gesamte Redaktion oder an den/die Chefredakteur/in. Diese Vorgangsweise wird als unprofessionell betrachtet und wird nicht zum Erfolg führen. 

Gezielt Mehrwert bringen
Wenn Du tatsächlich etwas anbieten kannst, das einen Neuigkeitswert für die Zielgruppe eines Mediums darstellt, ist der Zeitpunkt der Kontaktaufnahme wichtig. Klassische Medien wie Zeitungen oder Zeitschriften werden zu einem bestimmten Zeitpunkt gedruckt, Radio- oder TV-Berichte gehen auf Sendung, Online-Medien werden ebenso zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlicht. Kurz davor wird sich niemand für Dich und Dein Thema interessieren. 

Kenne den richtigen Zeitpunkt
Informiere Dich also zeitgerecht, etwa im Sekretariat der Redaktion, wann ein günstiger Zeitpunkt ist, um die für Dein Thema zuständige Person  zu erreichen. Finde bei der Gelegenheit gleich heraus, bis wann üblicherweise Deine Inhalte benötigt werden, damit sich ein Bericht bis Redaktionsschluss ausgeht. Bereite danach alles vor: Presseunterlagen sowie drucktaugliche Fotos und je nach Thema auch ein Factsheet. Je nach Thema, Budget und Medium könnten auch Audio- oder Videomaterial in professioneller Qualität gewünscht sein. Kontaktiere erst danach zum richtigen Zeitpunkt die zuvor recherchierte Person und frage, ob Interesse an dieser Geschichte besteht. Bei Interesse biete eventuell auch ein persönliches Interview an. Passe danach Deine bereits vorbereiteten Unterlagen an sende sie zügig zu.

Nutze eigene Medien
Es war noch nie einfacher, die eigenen Inhalte zu verbreiten. Informiere Deine Zielgruppe mit Deinem Blog, Deinem Podcast oder Deinen Videos wie etwa auf YouTube. So können sich auch Journalisten und Journalistinnen sehr einfach und gezielt über Deine Inhalte zu informieren und Dich kontaktieren, wenn sie bei Recherchen auf Dich aufmerksam werden. 



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