Was kann künstliche Intelligenz leisten?

5 Minuten

Zum Zeitpunkt, wo ich diesen Blogbeitrag schreibe, gibt es gerade in Social Media ein Hype rund um künstliche Intelligenz (KI). In der letzten Folge des Schreibgeflüster-Podcasts, wo es um Neugier und um Offenheit für neue Erfahrungen ging, habe ich bereits über meine Erfahrungen mit KI-Tools berichtet. 

Als technisch interessierter Mensch ist es für mich immer wieder ausgesprochen spannend, neue Tools zu testen. Aufgrund eines Hinweises auf TikTok hab ich eine App fürs Smartphone ausprobiert, sie heißt Mindverse und läuft auf Basis des gehypten ChatGPT-Chatbots von OpenAI. 
Chatbot-Systeme gibt es schon sehr lange. Vielleicht kennst Du Chatbots bereits von Websites mancher Unternehmen. Beim Website-Besuch taucht rechts unten ein Fenster auf und dort steht: „Willkommen! Haben Sie eine Frage?“ Das ist natürlich kein echter Mensch, sondern ein automatisiertes System, wo zumeist eine Wissensdatenbank dahintersteckt. So ähnlich läuft es auch bei ChatGPT. Du stellst eine Frage oder gibst eine Anweisung und die künstliche Intelligenz antwortet per Text zurück.
Natürlich musste ich diese neue App sofort ausprobieren und habe ihr eine ganz einfache Frage gestellt. Es ging dabei um Marzipan. Auf die Idee kam ich, weil diese Woche Tag des Marzipans in den USA war. Da ich sehr gerne Marzipan esse und dieses auch selbst mache, habe ich es zum Anlass genommen, die KI dazu zu befragen. Du wirst wahrscheinlich wissen, was Marzipan ist und auch dessen Zutaten kennen. Hier siehst Du, welche Antwort vom KI-Chatbot zurückkam:

Wenn Du bei Duden nach „Marzipan“ suchst, erhältst Du folgende Antwort:
„weiche Masse aus fein gemahlenen Mandeln, Puderzucker und Rosenwasser, aus der Süßigkeiten hergestellt werden“.
Bei Wikipedia gibt es einen umfangreichen Eintrag, ich zitiere nur den ersten Absatz:
„Marzipan (bundesdeutsches Hochdeutsch: das, auch der[1] [martsiˈpaːn]; österreichisches Hochdeutsch das [ˈmartsipan]) ist eine Süßware aus gemahlenen Mandeln, Zucker und – je nach Herkunft – beigefügten Aromastoffen. Die aus blanchierten und geschälten Mandeln und Zucker hergestellte Masse wird als Marzipanrohmasse bezeichnet; das Verhältnis von Rohmasse und weiterem zugesetzten Zucker bestimmt die Qualität des Marzipans. Weltbekannt sind das Lübecker Marzipan, das Mazapán de Toledo aus Toledo (Spanien) und das Königsberger Marzipan.“
ChatGPT ist in diesem Fall (noch) nicht so schlau wie andere Datenbanken. Natürlich habe ich auch andere Themen getestet und über einige bereits im Podcast berichtet. Mir wurden Bücher empfohlen, die es gar nicht gibt oder veraltete Informationen geliefert. Außerdem nennt der Chatbot keinerlei Quellen für seine Ergebnisse. Die Gefahr, dass dadurch Falschinformationen verbreitet werden, ist somit hoch. Dies ist vor allem dann gefährlich, wenn jemand nicht über genügend Informationskompetenz verfügt. Das gilt ganz besonders für Kinder sowie für alle Menschen, die nicht wissen, wie sie die Richtigkeit einer Information zuverlässig abschätzen können. Dazu gibt es von mir auf YouTube ein Video zu Informationskompetenz, das Du Dir unbedingt ansehen solltest, falls Du es noch nicht kennst. 
Falls Du Dich fragst, wieso manche KI-Tools wie ChatGPT zurzeit kostenlos angeboten werden, gibt es darauf ganz einfache Antworten. Erstens, weil diese Systeme auch von jemandem trainiert werden müssen. Bei ChatGPT haben sich binnen weniger Tage Millionen User angemeldet, obwohl es keine Echtzeitdaten gibt, sondern nur welche bis 2021. Kein Unternehmen wäre in der Lage, so viele professionelle Tester zu bezahlen. 
Zweitens, wird durch kostenlose Tests Bedarf generiert. Man erinnere sich an den Beginn des Mobilfunks. Seit damals ist es in vielen Ländern üblich, dass Handys hergeschenkt werden, wenn jemand einen Mobilfunk-Vertrag abschließt. Natürlich werden diese dann über die Tarifhöhe refinanziert. Ähnlich ist es auch hier. Die Betreiber gehen davon aus, dass sich viele Menschen an die Vorteile von KI-Tools gewöhnen und darauf nicht mehr verzichten wollen. 
Seit die neue Version von ChatGPT Mitte Dezember gelauncht wurde, gibt es in Social Media etliche Beispiele, wie man ChatGPT für kommerzielle Zwecke nutzen kann. Zum Zeitpunkt, wo dieser Blogbeitrag entstand, lagen bereits Informationen vor, dass die Betreiber über eine Premium-Version nachdenken. Nachdem der Betreiber Open AI keine gemeinnützige Stiftung oder Organisation ist, war das naheliegend.
ChatGPT beeindruckt im Vergleich zu bisherigen Chatbots vor allem mit Eloquenz. Je nachdem, welche Fragen man stellt, wirkt es fast so, als habe man es mit einem echten Menschen zu tun. Ich vermute, dass es in Zukunft etliche einsame Menschen geben gibt, die solche Tool als Ersatz für einen Chat mit einem Menschen nutzen. 
Für gemeinnützige Organisationen könnte diese Eloquenz auch spannend sein. Viele Menschen haben Hemmungen, sich bei Problemen wie Burnout, Depressionen, Schulden, Sucht, häuslicher Gewalt oder dergleichen rechtzeitig an Profis zu wenden und sich von ihnen unterstützen zu lassen. Potenzielle Klient:innen könnten auf anonymer Basis einer KI Fragen stellen und so zu einem Beratungstermin motiviert werden. Dies setzt natürlich gerade bei sensiblen Themen eine ausgezeichnet trainierte KI voraus. 
Die Eloquenz hat einen weiteren Vorteil und hat vor allem deshalb für hohe Aufmerksamkeit in Social Media gesorgt: ChatGPT und andere moderne KI-Tools sind in der Lage, mit wenigen Vorgaben Texte zu erstellen. Das habe ich natürlich auch getestet, wie Du am folgenden Screenshots siehst. Alle Eckdaten von mir frei erfunden. Das Ergebnis wurde in wenigen Sekunden ausgegeben und ist beeindruckend:

Fazit: Künstliche Intelligenz hat sich in den letzten Jahren rasant weiter entwickelt. Wie bei vielen anderen technischen Errungenschaften gibt es sowohl Vorteile als auch Nachteile. Es liegt an uns, wie wir diese Werkzeuge in Zukunft einsetzen. Sich vor diesen Themen zu verschließen ist keine gute Strategie, weil neue Technologien erfahrungsgemäß von Einzelpersonen nicht aufzuhalten sind. Falls Du bereits Erfahrungen mit KI-Tools gesammelt hast, freue ich mich über Deinen Kommentar.
Dieser Blogbeitrag wurde übrigens, mit Ausnahme der Beispiele in den Screenshots, von mir selbst, also ohne die Unterstützung von künstlicher Intelligenz geschrieben. Wer weiß, vielleicht ändert sich das auch in Zukunft. 😉


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